Montag, 7. November 2011


Aktuelles:
„Kreuz&quer“-Umfrage zur Pfarrerinitiative und zum „Aufruf zum Ungehorsam“
Die wichtigesten Ergebnisse im Detail:

Bericht von der Generalversammlung der Pfarrerinitiative Österreich
am 6. November 2011, 15 – 18 Uhr, Linz, Ursulinenkirche

Von den 20 Mitgliedern unserer Diözese haben wir zu sechst teilgenommen: Erich Daxerer, Ewald Gredler, Franz Mayr, Franz Neuner, Ludwig Kleissner und Bernhard Kranebitter. Es haben sich 81 der inzwischen 361 Mitglieder eingefunden.
In einem kurzen Rückblick hat Helmut Schüller über den Hintergrund berichtet, wie es zum „Aufruf zum Ungehorsam“ gekommen ist, wie auch über die starken Reaktionen darauf und dem großen Interesse, das der Initiatve auch von Priestern aus dem Ausland entgegengebracht wird.
Wichtig war, dass anschließend ausgiebig Zeit für sehr engagierte Stellungnahmen zur Verfügung gestanden ist.
Am intensivsten wurde unser erster diözesaner Antrag diskutiert:
1.Der „Aufruf zum Ungehorsam“ soll in Zukunft „Aufruf zur Selbstverantwortung“ heißen.
Die Ablehnung des Antrages mit beinahe 90% wurde unter anderem mit dem Hinweis darauf begründet, dass „Aufruf zum Ungehorsam“ so etwas wie ein vertrauter Markenname geworden sei, der nicht geändert werden sollte. Wir müssen diese demokratische Entscheidung trotz gegenteiliger Meinung akzeptieren.
Weitere Wortmeldungen:
-„Es bräuchte auch so etwas wie eine Bischofsinitiative.“
-„Es geht nicht um ein Match Pfarrerinitiative – Bischöfe, sondern darum, dass das Volk Gottes vor Ort und als Gesamtes 'gewinnt'.“
-„Die von Gott dem Volk Gottes und der Gemeinde zugesprochene Würde und Autorität sollen zum Tragen kommen.“
-Hinweis auf Can. 212 § 3 des Kirchenrechtes: Die Gläubigen haben „das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen …“
Mit über 90 % der Stimmen wurden unsere beiden weiteren Anträge angenommen:
2.Unter den diözesanen Mitgliedern der Pfarrerinitiative sollen „Diözesansprecher“ ermittelt werden, die mit dem Vorstand in wichtigen Fragen und bei Stellungnahmen gemeinsam beraten und entscheiden.
oBis spätestens Weihnachten werden die Diözesansprecher in den Diözesen ermittelt werden.
3.Die im „Aufruf zum Ungehorsam“ genannten Anliegen sollen unter Einbeziehung von Vertretern der Pfarrerinitiative aus anderen Diözesen Österreichs präzisiert und weiterentwickelt werden.
oDie Diözesansprecher werden mit dem Vorstand die Anliegen des „Aufrufes zum Ungehorsam“ und der Grundsatzerklärung „Mit drängender Sorge“ präzisieren und weiterentwickeln. Mit allen Mitgliedern soll in den Räten und Gremien der Pfarren, Dekanate und Diözesen in Dialog und Aktion an deren Umsetzung gearbeitet werden.
In einem Referat sprach Dr. Markus Schlagnitweit von der KSÖ über „Gehorsam und Ungehorsam in der Kirche“ und verwies dabei besonders auf den lesenswerten Artikel „Gehorsam“ im Lexikon für Theologie und Kirche.
Helmut Schüller zeigte als Obmann der Pfarrerinitiative die Schwerpunkte für die Zukunft auf:
1.Weiterentwicklung, Entfaltung, Schwerpunktsetzung der Anliegen, auch unter Einbeziehung von Fachleuten.
2.Aufmerksamkeit, dass die Bischöfe den Dialog primär mit dem Kirchenvolk und mit den Pfarrgemeinden, nicht mit den Priestern führen.
3.Die internationale Vernetzung, die bereits u. a. mit Ländern wie Deutschland, Irland, Frankreich, Spanien, Polen, … besteht, soll ausgebaut werden.
Uns Mitgliedern der Diözese Innsbruck ist in Überarbeitung des Punktes der Grundsatzerklärung der Pfarrerinitiative „Mit drängender Sorge“ wichtig:
Leitung der Kirche durch deren Amtsträger schließt auf Grund des gemeinsamen Priestertums die Teilhabe der Getauften und ihrer Gemeinden an der Verantwortung und den Entscheidungen der Kirche ein. Dies gehört zum Wesen des Lebens und des Zukunftsweges der Kirche als Communio (Gemeinschaft) und Volk Gottes. Deshalb setzen wir uns mit aller Kraft für eine Wiederbelebung echter Mitentscheidung und des synodalen Prinzips auf allen Ebenen der Kirche ein.


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